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Beim Dehner-Verdi-Infoblog arbeiten Gewerkschaftsmitglieder und KollegInnen aus unterschiedlichen Bereichen und Märkten mit. Mit unseren Beiträgen wollen wir für mehr Information im Unternehmen sorgen und allen KollegInnen eine Plattform zum Austausch geben.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Informationen zur Kündigung des Manteltarifvertrages. Teil 1




Der 1. Mai 2013 wird bei der Firma Dehner

in die Geschichte eingehen



Der 1. Mai ist eigentlich traditionell der Tag der Arbeit für die Beschäftigten.

Für die Geschäftsleitung der  Firma Dehner ist das Datum 1. Mai 2013 der Tag der Befreiung. 

Denn dann ist endlich der Manteltarifvertrag ausgelaufen und die meisten Kolleginnen und Kollegen haben nicht einmal einen Anspruch auf die Nachwirkung aus dem alten Tarifvertrag.

Jetzt kann die Geschäftsleitung ohne die Einschränkungen des Tarifvertrags die Zukunft nach ihren Vorstellungen planen.

Was bedeutet das für die -
Kolleginnen und Kollegen mit neuen Arbeitsverträgen:

Die Regelungen der neuen Arbeitsverträge können sofort umgesetzt werden.
Bei zukünftigen Einstellungen muss nicht einmal die Gesamtzusage bis 2014 eingehalten werden. Das gleiche gilt bei einer Vertragsänderung zum Beispiel bei einer Beförderung, hier könnte die Gesamtzusage bereits ausgeschlossen werden.

Spätestens zum 31.12.2014 sind die Zusagen der Geschäftsleitung ausgelaufen!

Kolleginnen und Kollegen mit einem alten Arbeitsvertrag die nicht

Gewerkschaftsmitglieder sind:

Für die Kolleginnen und Kollegen wirken nur die Bestandteile des Tarifvertrags nach auf die in ihrem Arbeitsvertrag Bezug genommen wurde. Alles was nicht im Arbeitsvertrag vereinbart ist kann auch nicht gefordert werden.
Das sind zum Beispiel: Die gesamte Zuschlagsregelung (Überstunden, Nachtzuschläge, usw.), Sonderfreistellungen, Kündigungsschutz für ältere Mitarbeiter,…..

Kolleginnen und Kollegen mit einem alten Arbeitsvertrag die Gewerkschaftsmitglieder sind:

Hier wirkt der Tarifvertrag nach, und zwar der jetzt Bestehende. Nach dem Dehner die Tarifbindung (OT Mitglied im Arbeitgeberverband) bereits 2009 gekündigt hat, kommt ein neu abgeschlossener Manteltarifvertrag nicht mehr zum Tragen.
Weder noch bessere oder schlechtere Regelungen.
Die Nachwirkung hat so lange rechtlichen Bestand, bis eine neue Vereinbarung getroffen wurde.
Das kann ein neuer Arbeitsvertrag sein, oder Dehner kehrt in die Tarifbindung zurück.
Dann würden die neu abgeschlossenen Tarifverträge wieder zur Anwendung kommen.

Also vorsichtig sein und nicht leichtfertig einen anderen Arbeitsvertrag unterschreiben.

Vieles was jetzt in den Tarifverträgen für alle geregelt war, muss dann jede/r Beschäftigte/r selbst über seinen Arbeitsvertrag regeln. Leistungen aus unserem Tarifvertrag konnten nicht über einen Arbeitsvertrag ausgeschossen werden.
Arbeitsverträge unterliegen nicht der Mitbestimmung des Betriebsrats.
In der Bundesrepublik herrscht Vertragsfreiheit.
Innerhalb der gesetzlichen Möglichkeiten kann so ziemlich alles vereinbart werden.
Wobei der Arbeitssuchende meist die schlechtere Verhandlungsposition inne hat.
Er will oder braucht eine Arbeitsstelle.
Der Arbeitgeber entscheidet aber, wem er die Arbeitsstelle gibt.
Das gleiche gilt bei einem internen Aufstieg.

Teil 2 folgt .

Kommentare:

  1. Noch loyaler Mitarbeiter6. Februar 2013 um 08:29

    Sehr informativ. Unser Marktleiter hat uns in einer Besprechung gesagt das die Kündigung des Tarifvertrags keine NAchteile für uns hat.

    Wenn ich das hier alles lese und es richtig verstanden habe hat unser Marktleiter gelogen.

    Was ich noch nicht versteh ist das mit der Gewerkschaft.
    Wieso hab ich als Mitglied einer Gewerkschaft auch nach der Kündigung einen Anspruch auf diesen Tarifvertrag?
    Kann mir das bitte jemand erklären?

    Ich bin auch der Meinung man sollte alle Beschäftigten bei Dehner zu diesem Thema informieren. Kann man das von den Regionsleitern verlangen, daß sie uns über die rechtliche Lage aufklären.

    Fragen über Fragen. Bitte kann mir jemand antworten geben? Ich bekomm nämlich langsam das Gefühl das ich von meinem Arbeitgeber auf die Rolle genommen werde.

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    1. Das ist leicht beantwortet.
      Ja, dein Marktleiter lügt! Sonst hätte er Unruhe und wenn's ganz gut läuft sofort einen Betriebsrat in seinem Laden installiert.
      Tarifverträge werden zwischen Arbeitgeber und der Gewerkschaft geschlossen, gelten eigentlich dadurch auch nur für Gewerkschaftsmitglieder. Der einfacherthalber wurden diese Leistungen aber allen Mitarbeitern gewährt, da sonst der Zulauf und der Organisationsgrad der Gewerkschaften für den Arbeitgeber zu hoch währen. Nun allerdings trennt sich die Spreu vom Weizen und der Arbeitgeber kann nach seinem Tarifaustritt und der Kündigung des Manteltarifvertrags eine Abfrage starten in derer sich die Mitarbeiter outen müssen ob sie Mitglieder sind oder nicht. Heißt also ab Stichtag 30.04.2013 haben nur noch Gewerkschaftsmitglieder anspruch auf die Leistungen des jetzt gültigen Tarifvertrags.Die anderen schauen folglich in die Röhre.

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  2. Man kann zu ver.di und den Dehner Betriebsräten insbesonder dem Gesamtbetriebsrat stehen wie man will.
    Ich besitze dazu auch meine Meinung.

    Aber sie haben mit dem was hier geschrieben wird Recht.
    Bisher habe ich den Kurs der Geschäftsführer befürwortet und mitgetragen.
    Aber irgendwann hat jeder seine Grenzen. Ich kann allen Mitarbeitern nur raten sich gründlich zu informieren.
    Auch ist mir zu Ohren gekommen das die Geschäftsführer versuchen die Betriebsräte Stück für Stück auf ihre Seite zu ziehen, um dann mit der Zustimmung der Betriebsräte im großen Stil und ohne Widerstand die Arbeitsbedingungen abzusenken.

    Wenn die gelingt wird es für die Mitarbeiter auf der Fläche richtig unangenehm.

    Freundliche Grüße aus Rain



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    1. ein BR aus Bayern6. Februar 2013 um 12:50

      das mit den betriebsräten ist mir neu... wird aber bei uns definitiv nicht passieren...

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  3. Danke für die Aufklärung. Unser Marktleiter erzählte uns es wird sich für uns ja nichts ändern, da die Geschäftsleitung ja weiterhin Urlaubs und Weihnachtsgeld etc. zahlt. Auch wir bekommen so langsam das Gefühl das wir von ihm ordentlich belogen werden.Wir merken es immer daran, wenn er einen roten Kopf bei seinen Aussgen bekommt.

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    1. weil sie es bis dato auch noch zahlen müssen...
      auch hier Stichtag der 30.04.2013!
      alle die bis dahin nicht der Gewerkschaft angehören gehen irgendwann richtig baden. Zusage der Geschäftsführung hin oder her!
      Spätestens Anfang 2015 ist es dann soweit.
      was dann zug um zug verändert wird, können wir auch nicht sagen.

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    2. Manch einer bekommt durch's lügen auch ne lange Nase. :)
      Spaß beiseite, ihr werdet voll angeschissen von ihm. Google doch mal Kündigung des Manteltarif, oder nach Arbeitsbedingungen anderer Unternehmen die ihren Austritt aus dem Tarif vollzogen haben. Das "blüht" uns allen über kurz oder lang. Die netten Herren der Firma Dehner vollziehen dies allerdings schleichend und nicht nach dem Prinzip des Holzhammers, dadurch fällt den wenigstens auf, dass etwas passiert. Erschwerend hinzu kommt noch die Tatsache, das Märkte ohne BR oder Kontakt zur Gewerkschaft keinerlei Information erhält und künstlich dumm gehalten werden. Die Beteuerungen der Geschäftsleitung das sich bis Ende 2014 nichts ändert, spricht doch schon Bände. Was ist nach 2014? Davon spricht niemand der Herren. Bis Ende nächstes Jahres fließt noch viel Wasser den Lech hinauf, viele Leute haben bis dahin vergessen das etwas im Busch ist oder wissen bis dato immer noch nichts von ihrem bevorstehenden Unglück. Dann macht es plötzlich bumm, die neuen Verträge greifen, die alten Verträge werden selektiert nach Mitglied und/oder Nicht-Mitglied.
      Also nochmal für ALLE: Stichtag ist der 30.04.2013. Jeder der danach meint Mitglied zu werden, hat schlichtweg Pech gehabt.

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  4. wünsche noch viel spass!
    war nur kurz dabei (dehner-agrar). habe mich dann in Richtung Staatsdienst verabschiedet (am Tag der geplanten Übernahme des Dienstwagens :-) bei dehner).
    War vorher ja schon schwierig, aber jetzt wird anscheinend die Entlohnung der Arbeitnehmer nur noch über vage Zusagen geregelt!?
    Kann euch nur raten: macht es so wie ich und geht, oder organisiert euch!
    Viele Grüße,
    Euer Ex-Kollege

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    1. ach... tolle Wurst. Habe gar nicht gewusst, dass der Staat massenweise Stellen für über 40jährige mit Ausbildung und Berufserfahrung im EInzelhandel bereit hält.
      Danke für die Anregung. Bussi!

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  5. Sollte man da auch aufpassen wenn man als Saisonverstärker von Teilzeit mal für 3 Monate als Vollzeitkraft "umgebucht" wird?

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    1. Erstmal sollte man sich Gedanken machen ob man schon Mitglied ist oder nicht. Siehe meine Vorredner oben. Wenn man nur via Änderungsmitteilung "umgebucht" wird, spielt's keine Rolle. Solltest du aber noch nen "Altvertrag" haben der vor 2009 ausgestellt wurde, und sie Dir deswegen einen dieser "Neuverträge" unterjubeln möchten, dann wäre ich an Deiner Stelle sehr hellhörig.

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  6. Der logische Denker18. Februar 2013 um 21:34


    Der logische Denker will Euch aufwecken,
    euch sagen, wir brauchen uns nicht zu verstecken.

    Wir sind es, die die Firma haben zu dem was sie heute ist, gemacht,
    hat Georg Weber denn auch schon mal daran gedacht?

    Er ist ins Unternehmen hineingeboren
    hat er vielleicht den Bezug verloren?
    Auf drei Hochzeiten tanzen zur gleichen Zeit-
    schafft kein Ehepaar und die sind zu zweit!
    Den TV will er uns streitig machen –
    das ist für uns nicht mehr zum Lachen.

    Weshalb heißen bei uns die Geschäfte eigentlich Märkte und nicht Filialen
    bringen wir nicht die gewünschten Zahlen?
    Markt erinnert mich immer an ein Wochen- oder Jahrmarktstreiben,
    hier könnten sich unsere Geschäftsführer keine solchen Gehälter einverleiben.
    Für sie wird das Kürzel „o.T.“ doch wohl nicht heißen
    ohne Tantiemen, dass würde sich hier wohl beißen.
    Georg Weber ist jetzt auch noch in der Geschäftsleitung bei Zott –
    macht er diese Firma jetzt auch noch flott?

    Drei Arbeitsstellen muss der Arme zum Überleben haben,
    sonst muss er wohl bei der Tafel bitten um milde Gaben.

    Vorsorglich man an der Kasse für die Tafel bei Dehner spenden kann,
    falls unsere Geschäftsleitung mal ist sehr arm dran.
    Sie müssten ja sonst von Wein und Käse leben
    und dass wollen sich diese Herren doch wirklich nicht geben.
    Auf ihre kleinen Fahrzeuge müssten sie wohl verzichten,
    wie würden sie den dann ihre täglichen Geschäfte verrichten?
    Die Marktleiter hätten dann vor ihnen Ruh
    und vor allem blieben an den Sonntagen die Geschäfte dann zu.

    Frage an die Geschäftsführer: Wollt ihr uns nicht den TV wiedergeben?
    Auch ihr hättet dann wieder ein ruhigeres Leben.
    Leben und leben lassen ist die Devise
    in der Zentrale und den Märkten (Filialen) auf der grünen Wiese.

    Es belegen doch schon so viele Zahlen,
    dass viele Mitarbeiter krank werden, erleiden Schmerzen und Qualen.
    Die Produktivität muss nochmals steigen,
    wir werden` s denen da unten schon zeigen.
    Fünf Cent holen wir schon noch raus,
    vor allem für Schwache und Ältere ist es dann gesundheitlich das Aus.
    Und wenn’s dann um die knappe Rente geht,
    so mancher dann noch zum Überleben um Sozialhilfe fleht und ansteht.


    Wenn ein Mensch gearbeitet hat ein Leben lang
    von seiner Rente nicht mehr leben kann.
    Unternehmer nicht mehr wissen wohin mit ihrem Geld-
    Leben wir dann eigentlich schon noch in einer gerechten Welt?
    Die Schere immer mehr auseinander klafft-
    da frage ich mich, wie weit haben wir es gebracht?
    Das Erwachen für manche wird dann erst kommen
    beim ersten Rentenbescheid ist er dann völlig benommen.
    Von was soll ich denn eigentlich noch leben?
    Da kann ich mir wohl gleich die Kugel geben.

    Drum wacht endlich auf, ihr lieben Kollegen!
    Nur die Tarifbindung ist für uns ein Segen!
    Drum lasst euch nicht an der Nase rum führen,
    Märkte ohne BR werden`s als erstes spüren.

    „Bildet Betriebsräte“, kann ich euch nur empfehlen –
    lasst euch nicht ständig weiter quälen.
    Wenn ein Mitarbeiter nicht mehr kann,
    dann muss halt ein Neuer ran.
    Der Alte wird dann abgeschrieben
    und bleibt der Allgemeinheit (Agentur für Arbeit) auf der Tasche liegen.

    Damit will der logische Denker sein Gedicht beenden
    und allen schöne Grüße senden.

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