Arbeit4.0

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Wer schreibt dieses Blog?

Beim Dehner-Verdi-Infoblog arbeiten Gewerkschaftsmitglieder und KollegInnen aus unterschiedlichen Bereichen und Märkten mit. Mit unseren Beiträgen wollen wir für mehr Information im Unternehmen sorgen und allen KollegInnen eine Plattform zum Austausch geben.

Samstag, 10. Juni 2017

"Lage ernst - Stimmung gut!" - Bilder zum Warnstreik am 08.06.2017

"Heute ist kein Arbeitstag - heute ist Streiktag!"



Die Stimmung war nicht nur gut, sie war sehr gut, liebe Blog-Leser, als der Demozug der Beschäftigten des schwäbischen Einzel- und Versandhandel, angeführt von den Dehner-Beschäftigten aus Memmingen, am gestrigen Donnerstag in Richtung Königsplatz in Augsburg zogen.


Man darf sicher behaupten, dass alle Beteiligten diesen tollen Tag mit seiner einmaligen Atmosphäre genossen haben. Nicht zuletzt weil Dehner wieder in den Fokus von Funk und Fernsehen rückt.

SAT1, AllgäuTV, TV Augsburg, Pressevertreter verschiedenster Printmedien und der lokale Rundfunk zeigten sich überaus interessiert an der Personalsituation, der Tarifflucht von Dehner und dem gottgleichen Geschäftsgebaren des "sozial engagierten" Rainer Familienunternehmens.

Schamlose Tarifflucht, ein Spiel mit den Ängsten der Mitarbeiter, charakterloses Ausschöpfen des Teilzeit- und Befristungsgesetzes bis hin in rechtliche Grauzonen - all das sollte den Herren in Rain am Lech eigentlich die Ohren klingeln lassen.

Da helfen auch keine Protzbauten am Ortseingang, oder übermannshohe Blechschaufeln am Firmensitz. Hier wird sich in Gutsherrenmanier die Welt bunt gemalt, die für tausende von Angestellten mittlerweile leider grau und trist geworden ist.

Dehner - Deutschlands großes Arbeitslager.

Was ist nur aus diesem stolzen Unternehmen geworden.





Glück auf Kollegen - und viel Spaß mit den Bildern!






"Wenn ihr glaubt zu klein zu sein um etwas zu bewegen, dann geht doch mal in einen Raum mit 1000 Moskitos!"
(Zitat Thomas Gürlebeck, philosophischer Gewerkschaftssekretär Augsburg)
























































Respekt, ihr wackeren Kämpfer - und Glück auf!

Wir von der Blogg-Redaktion sind beeindruckt von Eurer Entschlossenheit.

Und gespannt was noch kommt. Geht da noch mehr???   👍👀






Samstag, 3. Juni 2017

Maßstäbe für moderne (Möchtegern-) Marktleiter

Der hier veröffentlichte Artikel umschreibt in treffender Weise die neue und gewünschte Führungskultur im Unternehmen.


Jahrelange Vernachlässigung der unternehmenseigenen Nachwuchskultur, gepaart mit Inkompetenz bei der Rekrutierung aus branchenfremden Unternehmen, hat Dehner eine Generation von charakterlosen Pseudo-Führungskräften beschert, die nun in den Märkten versuchen dürfen die Fehler der Geschäftsführung in Rain am Lech auszugleichen.

Gemäß dem Motto "Der Fisch fängt immer am Kopf zum Stinken an" sei an dieser Stelle ein besonders verabscheuungswürdiges Exemplar dieser Gattung Marktleiter erwähnt.
Wer dieses mit Angst und Geringschätzung seiner Mitarbeiter regierende Prachtexemplar einmal in seiner natürlichen Umgebung erleben möchte, sollte den Weg nach Neu-Ulm nicht scheuen und den dortigen Dehner-Markt einmal besuchen.

Hier nun der versprochene Artikel - er trifft den Nagel auf den Kopf. Leider...



Der Holzweg des Machtmenschen



Die soziale Inkompetenz derer, die ihre Führungsaufgabe als Kommandosache auffassen, blockiert die Leistungspotentiale der Mitarbeiter.


Da die Motive in der Regel auch noch demonstrativ zur Schau gestellt werden, nämlich Freude an der Macht und Karriere, sind die Folgen unausweichlich:innere Emigration, Fehlzeiten, Fluktuation, Unfälle, Reklamationen usw.


Den Fundus des autoritären Verhaltens, den viele von uns in sich stecken haben, müssen wir rücksichtslos aufdecken, ausrangieren und "entsorgen".Nur dann kann ein an den Wertvorstellungen unserer freiheitlichen und sozialen Verfassung konsequent orientiertes Führungsverhalten in den Betrieben dominant werden.


Die Selbstverständlichkeit der alltäglichen Unterjochungs- statt Überzeugungs-Prozesse macht es indes schwer, dem Manipulationsgehabe in den gruppendynamischen Prozessen auf die Spur zu kommen. Da spielen bereits äußere Statur, Stimmgewalt und Sprachvermögen eine Rolle. Wer solches einzusetzen weiß, kommt in der Regel gar nicht auf die Idee, dass es noch andere Führungsmethoden geben könnte.


Der Bequemlichkeit des Befehlens entspricht die Bequemlichkeit des Befolgens.Verloren geht dabei die Kreativität beider Seiten, die sich entwickeln und erhalten ließe, wenn unternehmerisches Arbeiten aufgrund eines Führungsstils sozialer Kompetenz gegeben wäre.


(Auszug aus: Paul Halbe, Selbstverantwortung und Mitverantwortung im Unternehmen)